Liebesbrief vom Chefredakteuer

Lieber Herr Ulrich, so begrüßte mich Moritz Döbler, Chefredakteur der Rheinischen Post, in seiner heutigen Morgenbotschaft:Mit dem „AfD-Funktionär“ meinte der Chefredakteur mich. Hier die ganze  Geschichte: https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/bastian-fleermann-tritt-bei-ratinger-jonges-aus-wegen-afd-funtkionaer_aid-144424739

Wie seit einiger Zeit üblich, lässt die Rheinische Post auch hier keine Leserkommentare zu. Und so schrieb ich heute morgen an den genannten Herrn Zeitner:

Sehr geehrter Herr Zeitner,

haben Sie herzlichen Dank für die Zusendung. (https://www.facebook.com/bastian.fleermann/?locale=de_DE)  Inzwischen konnte ich auch Ihren Artikel lesen. Sogar Ihr Chefredakteur nimmt in seiner Morgenbotschaft an die Leser darauf Bezug. Gestatten Sie mir drei Bemerkungen, die Sie gerne weiterverwenden können:

1. Bislang hat niemand von besagtem Heimatverein mit mir Kontakt aufgenommen. Ich weiß daher nicht, welche „öffentlich getätigten Äußerungen“ mit den „Grundwerten des Vereins nicht vereinbar“ sein sollen.

2. Ich finde es bemerkenswert, dass ausgerechnet der Leiter einer Mahn- und Gedenkstätte, welche der fortwährenden Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verpflichtet ist,  in diesen Tagen nun Angehörige einer Menschengruppe aus dem öffentlichen deutschen Vereinsleben ausschließen möchte.  Das Diskriminierungsverbot nach Artikel 3 des Grundgesetzes wurde ja gerade vor dem Hintergrund der Erfahrung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus in unsere Verfassung aufgenommen.

3. Ihr Chefredakteur bescheinigt in seiner Morgenbotschaft den Kölner Verwaltungsrichtern mangelnden Durchblick. Bemerkenswert, den weiter oben im Text spricht er im Bezug auf die besagte Gerichtsentscheidung von „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“. Was trifft denn nun zu auf das Kölner Gericht? Mangelnder Durchblick oder Gründlichkeit?

Mit freundlichen Grüßen Bernd Ulrich

Schade, bislang bekam ich keine Antwort. Gerade Punkt 3 ist, bei Licht betrachtet, eine unverschämte Anmaßung des Herrn Chefredakteur. Da haben die Kölner Verwaltungsrichter ein Jahr lang das tausendseitige „Gutachten“ des der damaligen SPD-Ministerin Faeser untergebenen Verfassungsschutzes geprüft und sind zu einem eindeutigen Urteil gekommen, das auf 55 Seiten ausführlich begründet wird.  Und da maßt sich ein Moritz Döbler an, diesen Richtern „mangelnden Durchblick“ zu attestieren?  Wo sind wir hier in dieser Republik eigentlich angekommen?