Solidarität mit Israel
Veröffentlicht: 4. März 2026 Abgelegt unter: Tagebuch Hinterlasse einen KommentarNur zur Klarstellung: Ich bin bereits für Israel auf die Straße gegangen, als es weder eine Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf gab noch ein gewisser Bastian F. das Licht der Welt erblickt hatte!
Frühjahr 1967:
Ich ging in die Unterprima. Die Tagesschau war noch schwarz-weiß und die Nachrichten verhießen nichts Gutes. In Ägypten markierte der Staatschef Gamal Abdel Nasser den starken Mann. Ein Oberst, der sich, wie damals üblich in den Ländern, mit Hilfe der Armee per Staatsstreich hochgeputscht hatte. Zu Ablenkung von Problemen im Land suchte er den Konflikt mit Israel. Er warf die UNO-Truppen aus der entmilitarisierten Zone im Sinai und rückte mit der eigenen Armee nach. Trotz israelischer Warnungen schloss Nasser den Golf von Akaba, so dass der israelische Hafen Eilat nicht mehr angelaufen werden konnte. Auch die Nachbarstaaten Syrien und Jordanien machten mobil gegen Israel. Das alles flimmerte täglich über die Mattscheibe unseres Fernsehers. Nasser, ein Freund der Sowjetunion, war für uns alles andere als ein Sympathieträger. Wir hofften und bangten um das kleine Isreal, das von einer überwältigenden Übermacht feindlicher arabischer Staaten umzingelt war. David gegen Goliath. Klar, dass wir zu Israel hielten und nicht zum Großmaul Nasser.
Am 5. Juni, einem Montag, brach der Krieg aus. Alle drei Staaten, Ägypten, Jordanien und Syrien gegen Israel. Jetzt ging es um dessen nackte Existenz. Am Mittwoch, den dritten Kriegstag, versammelten sich die alle Schüler unseres Dortmunder Gymnasiums zu einer Demonstration auf dem Marktplatz um den bedrängten Judenstaat wenigstens moralisch zu unterstützen. Der Bürgermeister Keuning hielt eine bewegende Rede für das um seine Existenz kämpfende Israel. Erst Tage später wurden wir gewahr, dass Israel zu dem Zeitpunkt fast schon den Sieg errungen hatte. Zuversichtlich stimmten uns die Bilder von den Luftkämpfen der israelischen Mirages mit den ägyptischen MIGs, die reihenweise abgeschossen wurden. Zudem lichtete sich das Bild: Den verlogenen, großmäuligen Propaganda-Tiraden zum Trotz hatte Israel weite Teile des Sinai, die Altstadt von Jerusalem und sogar die als unbezwingbar geltenden syrischen Golan-Höhen erobert. Nach sechs Tagen war der Krieg vorbei; Israel hatte gesiegt. Dieser Sieg hatte einen Namen: Mosche Dajan, der überaus populäre Verteidigungsminister. Wir alle freuten uns, zumal es letztlich auch eine Niederlage für die Kommunisten des Ostblocks war.
1972
Olympia in München: Es sollten freundliche, friedliche Spiele werden. Stattdessen richteten arabische Terroristen ein Blutbad an. Bereits bei der brutalen Geiselnahme im Olympiadorf gab es Tote bei israelischen Mannschaft. Tage des Bangens und der Hoffnung vor den Bildschirmen, dass die Geiseln befreit werden können. Eine überhebliche Bundesregierung Brandt lehnte die Hilfe der israelischen Regierung, die für solche Aktionen trainiert war, ab. Stattdessen versuchten die Deutschen die Geiselbefreiung auf eine Faust. Ein blutiges Desaster auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck; die Israelis verbrannten in den Helikoptern. – Ich schämte mich für diesen blutigen deutschen Dilettantismus. Die deutschen Behörden waren weder in der Lage noch Willens die israelische Mannschaft vor der Geiselnahme zu schützen noch in imstande die Geiseln zu befreien.
1973
Jom-Kippurkrieg: Wieder wird Israel angegriffen. Ägypten und Syrien rücken mit Panzern und modernsten sowjetischen SAM-6-Flugabwehrraketen vor. Fatal: Israel hat nicht mehr die Luftherrschaft. Wiederum bange Tage, bis sich das Blatt endlich wendete und Israel die Angreifer zurückschlagen konnte. Erleichterung: Das ist gerade nochmal gut gegangen!
1976
Entebbe: Arabische und deutsche Linksterroristen hatten ein französisches Flugzeug mit israelischen Passagieren über mehrere Stationen nach Entebbe in Uganda entführt. Der schwarze Diktator Idi Amin machte gemeinsame Sache mit den Terroristen. In einer tollkühnen Aktion konnte ein israelisches Kommandounternehmen die Geiseln befreien und in Sicherheit bringen. Bei den Kämpfen starb der Bruder des späteren Ministerpräsidenten Netanjahu. Besonders widerlich: Die deutschen Linksterroristen führten die Selektion der jüdischen Geiseln von den übrigen Passagieren durch. Die Befreiungsaktion der Israelis wurde hier, wie bei den meisten Menschen in Deutschland, mit unbändiger Begeisterung aufgenommen. Doch die Freude war getrübt: Diktator Amin ließ seine Wut an der betagten jüdischen Geisel Dora Bloch, die in einem ugandischen Krankenhaus behandelt wurde, aus. Sie wurde kaltblütig ermordet.
1977
Wieder machen arabische und deutsche Linksterroristen gemeinsame Sache: Im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung entführen palästinensische Terroristen ein deutsches Flugzeug und erschießen den Co-Piloten. Nach einem tagelangen Irrflug gelingt die Befreiung durch die deutsche Einsatztruppe GSG 9 in Mogadischu. Einen der damals beteiligten Soldaten, Stefan Hrdy, heute AfD-Politiker, hatten wir vor einiger Zeit bei uns in Ratingen zu Gast. In bewegenden Worten schilderte er uns den damaligen Kampf um die Befreiung der Geiseln.
1979-1980
Sturz des Schahs von Persien; Rückkehr Chomeinis nach Iran. Nach kurzer Zeit mutiert das Land zum fundamentalistischen Islamischen Staat. Die Bekämpfung der USA und die Auslöschung Israels werden Staatsziele der islamischen Republik. Gegen alle diplomatischen Gepflogenheiten wird das US-Botschaftspersonal in Geiselhaft genommen; im Frühjahr 1980 scheitert ein Befreiungsversuch der USA. Der politische Islam wird zu einem beherrschenden Faktor in der internationalen Politik und ein Treiber und Förderer des internationalen Terrorismus.
1991
Wieder ist Israel unter Beschuss. Im Golfkrieg, in dessen Verlauf das vom Irak eroberte Kuweit befreit wird, feuert Saddam Hussein Raketen auf Israel ab. Die Menschen suchen in Kellern und Bunkern Schutz. Durch den raschen Sieg der USA und ihrer Verbündeten über den arabischen Diktator ist die Gefahr nach einigen Tagen gebannt.
Nein, ich brauche keinen Nachhilfeunterricht in Geschichte. Erst recht nicht durch spätgeborene naseweise Schnösel, die glauben, sie hätten die Moral und Urteilsvermögen für sich exklusiv gepachtet. Ich habe Geschichte selbst erlebt.
In diesen Tagen ist Israel wieder unter Beschuss. Israel, gerade mal groß wie das Bundesland Hessen, könnte schon durch eine einzige iranische Atombombe ausgelöscht werden. Wir hoffen, dass diese tödliche Gefahr nun bald für alle Zeiten gebannt wird.