Die Pimpfe von nebenan

Im Rathaus haben wir direkt neben unserem Fraktionsbüro eine ulkige Nachbarschaft: „DIE PARTEI“-Genossen. Dieser seltsame Verein ist eine  Gründung von Martin Sonneborn, dem ehemaligen Herausgeber der Zeitung  „Titanic“. Es wäre zu viel des Guten, dieses Blatt als „Satire“-Zeitschrift zu bezeichnen. Satire sollte tiefsinnig sein und den Denkapparat anregen. Bei der Titanic handelt es sich hingegen um  Aneinanderreihung sinnentleerter Blödeleien, welche die Grenzen von gutem Geschmack und Anstand regelmäßig überschreiten.  DIE PARTEI als alberner, pubertärer Wurmfortsatz von GRÜN-ROT: Mit dieser Einschätzung liegt man nicht verkehrt. Symptomatisch sind  Sprüche wie „Inhalte überwinden“ oder „Schwarzfahren muß bezahlbar bleiben.“ Damit gingen die Titanic-Ableger auf Stimmenfang.   

Wer jemals das Parteiorgan Titanic durchgeblättert hat, der weiß: Blasphemie, die Verächtlichmachung von Religion und religiöser Symbole,  gehört da  zum Markenkern . Mit einer Ausnahme: Mohammed-Karikaturen sucht  man in dem Blatt vergeblich. Die Anhänger des Propheten sind für die Ulknudeln in der Redaktion tabu.  Dafür sieht man gelegentlich den Papst mit Urin- und Kotflecken oder auch mal den Gekreuzigten als Sexualobjekt. 

Logisch, daß die Ratinger PARTEI-Genossen dem folgsam nacheifern. Und so nutzten sie unsere Osterbotschaft als Vorlage für eine eigene Blödelei:

Unser Ostergruß: Das Original
Das Plagiat der PARTEI-Pimpfe

Paradox: Das Foto stammt aus dem antiken Kultfilm „Das Leben des Brian“  von Monty Python. Vor über vierzig Jahren gedreht,  politisch völlig unkorrekt und aus der Zeit gefallen. Da wird die biblische Figur des Pontius Pilatus als schwule Schwuchtel  veralbert, mitsamt seinem sich lüstern dahin räkelnden  Freund Schwanzus Longus: So was dürfte heute nicht mehr gedreht werden.  Im Leben nicht. Keine Witze über LSBTTIQ!

Eines ist auffällig an den PARTEI-Genossen: Die haben einfach ein Faible für Nazis und Nazi-Symbolik.  Mit plakativen Sprüchen wie „Nazis töten“, oder „Hier könnte ein Nazi hängen“ heischten die Pimpfe um Aufmerksamkeit im Wahlkampf. Pimpfe? Richtig, denn Uniformierung gehört zum Outfit. Blaugraues Hemd, rote Krawatte. Zu beziehen im einschlägigen Fan-Shop.  Die Ähnlichkeit mit den uniformierten Jugendorganisationen totalitärer Systeme ist nicht zufällig, sondern gewollt.

Wie erwähnt: Im Ratstrakt  haben die ihre Bleibe direkt neben unseren Büro. Und da hängt seit Monaten ein uraltes Plakat an der Tür. Der Stil entspricht dem der dreißiger Jahre: Runenartige gotische Schrift, dazu ein kühner germanischer Recke, markantes Gesicht, entschlossener Blick. Klar, dieses Mannsbild hätte bei der Aktion Lebensborn sofort eine Dauerstellung als Befruchter erhalten. Sonneborn bei  Lebensborn. Das hätte gepasst!

Nun begab es sich vor einigen Wochen:  Da putze die Reinemachefrau Flur und Büros im Ratinger Ratstrakt. Zufällig stand die Bürotür der Parteigenossen offen: Ich dachte, mich trifft der Schlag: Da hängt tatsächlich ein Nazi!  Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, formatfüllend als Wandschmuck im Parteibüro!  Und direkt daneben ein Geburtstagsplakat: Hundert Jahre NSDAP! Das also ist die heimliche Liebe der Parteigenossen! Mal ehrlich: Ich würde den Anblick dieses Jesuitenschülers, den manche Zeitgenossen für den Leibhaftigen hielten, nicht ertragen. Aber den  Pimpfen nebenan scheint’s zu gefallen. 

Ich stelle mir vor, wie die allein ihrem Kämmerlein sind, den Kopfhörer aufsetzen und sich dabei eine Sportpalastrede reinziehen. Dazu die Augen schließen und  von Leni Riefenstahl träumen … jeder so wie er mag.