Knallkörper in der Politik

Sie haben es wieder getan! Zwar hatten wir alle insgeheim damit gerechnet, aber die Dreistigkeit, mit der unsere Regierenden uns schon wieder die Silvesterfeierlaune vermiesen überrascht uns alle. Wir schon im letzten Jahr soll es uns auch dieses Mal wieder untersagt werden, das Neue Jahr mit buntem Feuerwerk zu begrüßen:

Versaut

Bildzeitung 3.Dezember

Die offizielle Begründung ist nicht nur fadenscheinig, sondern obendrein auch scheinheilig. Die seriöse Wochenzeitschrift FOCUS zerpflückt die regierungsamtlichen Rechtfertigungsversuche:

 https://m.focus.de/gesundheit/coronavirus/corona-beschluss-von-bund-und-laendern-derbe-kritik-an-boeller-verbot-zu-silvester-ergibt-wissenschaftlich-keinen-sinn_id_24482092.html

Der wahre Grund ist ein anderer: Die Politik möchte eine zweite Silvesternacht wie 2015 partout vermeiden. Erinnern wir uns: Namhafte Politiker hatten damals dazu aufgefordert, doch bitteschön auf Knallerei in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften zu verzichten. Die Geflüchteten seien doch noch durch Kriegslärm wie Bombenhagel, Granatenbeschuss und Gewehrfeuer schwer traumatisiert. Ein gut gemeinter Rat, den eine bestimmte Klientel auf ihre eigene Weise umsetzte: Der Kölner Dom  wurde in jener Nacht zur Zielscheibe von Feuerwerksraketen. In der ausgelassenen Feierlaune der von der Polizei intern als „Nafris“  bezeichneten Männerhorden kam es zu tausendfachen sexuellen Übergriffen gegen Frauen, Treibjagden und Handy-Diebstählen. Bekanntlich hatte die damalige rot-grüne NRW-Regierung tagelang versucht das Geschehen zu vertuschen. Pech aber auch: Der Maulkorberlass, den der damalige Polizeipräsident seinen Beamten verpasst hatte, galt nicht für die am Bahnhof eingesetzte Bundespolizei. Und so kam die Wahrheit mit einigen Tagen Verspätung ans Licht. Der Kölner Polizeibericht  vom Morgen der 1. Januar 2016 hat immer noch Kultstatus:

POL-K: 160101-1-K/LEV Ausgelassene Stimmung – Feiern weitgehend friedlich

01.01.2016 – 08:57

Köln (ots) – Die Polizei Köln zieht Bilanz

Wie im Vorjahr verliefen die meisten Silvesterfeierlichkeiten auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen friedlich. Die Polizisten schritten hauptsächlich bei Körperverletzungsdelikten und Ruhestörungen ein….

Kurz vor Mitternacht musste der Bahnhofsvorplatz im Bereich des Treppenaufgangs zum Dom durch Uniformierte geräumt werden. Um eine Massenpanik durch Zünden von pyrotechnischer Munition bei den circa 1000 Feiernden zu verhindern, begannen die Beamten kurzfristig die Platzfläche zu räumen. Trotz der ungeplanten Feierpause gestaltete sich die Einsatzlage entspannt – auch weil die Polizei sich an neuralgischen Orten gut aufgestellt und präsent zeigte. (st)

https://briefe-von-bernd.blog/?s=Polizeibericht

Es dauerte nicht lange bis es durchsickerte, daß Köln in jener Nacht beileibe kein Einzelfall war. Denn ähnliche Vorfälle wurden zuhauf auch aus anderen Großstädten gemeldet, auch wenn Köln den Vogel abgeschossen hatte. Im Jahr 2020 machten dann die regelmäßigen Exzesse eines verharmlosend als „Partyszene“  bezeichneten Mobs die Runde. Es war ebenfalls wiederum eine bestimmte Gruppe, welche in den Großstätten zu hunderten die Polizei mit Feuerwerkskörpern attackierte und eine Spur der Verwüstung hinterließ.

Es ist offensichtlich, daß die Politik nun alles daransetzt damit keine neuen hässlichen Bilder und Berichte von den Brutalitäten eines entfesselten Mobs die Runde machen. Deswegen auch das Verbot von Pyrotechnik.  Die „Partygäste“ sollen in der Silvesternacht keine Raketen auf Gotteshäuser und Polizisten abfeuern können.   Aber muß man deswegen gleich allen alles verbieten?

Einmal ist keinmal, zweimal ist immer, so lautet eine alte Bauernregel. Eine künftig puritanisch agierende Regierung wird alles daran setzen,  auch für die Zukunft  alles zu mögliche verbieten, was den Menschen irgendwie Spaß und Freude bereiten könnte. Den Moralisten war das Silvesterfeuerwerk von jeher ein Dorn im Auge. „Was ich nicht will, das brauchst Du auch nicht“.

Was bleibt, das sind die Erinnerungen an bessere Zeiten.

Einen besinnlichen Advent wünscht    Bernd



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