
Die hübsche Werbung mit dem Rindvieh, die ich letztens beim Discounter sah, erinnerte mich sofort an die Rheinische Post. Denn hier wie da geht es um die richtige Haltung. Seit fünf Jahren. Denn die Zeitungsseite mit dem Konterfei des Chefredakteurs, der stolz ist auf seine Haltung, erschien ebenfalls bereits vor einem halben Jahrzehnt.

Aber es gibt Unterschiede: Bei dem Porträt mit dem treu und vertrauensselig blickenden Rind handelt es sich definitiv nicht um einen Hornochsen. Wobei ich keineswegs das Redaktionspersonal mit Rindviechern gleichsetzen würde. Auch die abwertende Bezeichnung „Dumme Kuh“ verkennt das intellektuelle Potential der domestizierten Herdentiere. Aber den Spruch: „Gemeinsam haben wir schon viel erreicht und es geht weiter“ würde sich auch der Herr Chefredakteur der Rheinischen Post sofort aufs Panier schreiben. Hier eine Kostprobe seines Schaffens:

Der Begriff „Haltung“ klingt immer so, als gäbe es nur links eine Haltung. Haltung ist aber politisch neutral. Auch konservative Menschen haben eine Haltung. Vielleicht nicht die, die Döbler meint, aber sie haben eine.