Die Mordopfer von Stade: Keine Namen, keine Gesichter, keine Erinnerungskultur

Finde den Unterschied: Vor vier Wochen, am 29. Juni, ermordete der Türke Fatih G. (der vollständige Name wird bis heute von den Behörden verheimlicht) in einer Mutter-Kind-Einrichtung im niedersächsischen Stade sechs Menschen; vier Frauen und zwei Männer aus nächster Nähe. Bis heute wissen wir nichts über die Mordopfer. Keine Namen, keine Gesichter. Deutsche Mordopfer werden amtlicherseits hinter der Anonymität versteckt, angeblich zum Schutz von Persönlichkeitsrechten. Eine mitfühlende Anteilnahme am Schicksal der Opfer, ein direktes Mitleiden mit den Hinterbliebenen ist damit unmöglich. Das ist so gewollt, das hat System.

Szenenwechsel: Vor wenigen Tagen gedachte man anlässlich des zehnten Jahrestages an die Mordopfer vom 22. Juli 2016 im Olympia-Einkaufszentrum. Man weiß ihre Namen, man kennt ihre Gesichter, es ist öffentlich nachlesbar und es wird stets daran erinnert, z.B. hier: https://www.amnesty.de/aktuell/deutschland-oez-anschlag-muenchen-zehn-jahre-erinnerung-gerechtigkeit . Die Getöteten in Stade waren ebenso unschuldig und arglos wie die Mordopfer in München. Ein Unterschied: In München handelte es sich um Migranten aus muslimischen Herkunftsländern. Dass der Mörder von München, geboren als Ali Sonboly, ebenfalls einer Migrantenfamilie entstammt wird in dem Amnesty-Artikel peinlich verschwiegen und auch in den übrigen Medien bestenfalls nur am Rande erwähnt. Ebenso wie die Tatsache, dass der jugendliche Amokläufer von München zuvor in psychiatrischer stationärer Behandlung war. https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_in_M%C3%BCnchen_2016

Eine spezielle Erinnerungskultur exklusiv für Mordopfer mit Migrationshintergrund ist kein Einzelfall. Ein gleiches Muster zeigte und zeigt sich bei dem Gedenken an die Opfer des Amoklaufs von Hanau im Jahr 2020, als ein amtlicherseits als geistesgestört bekannter Einzeltäter erst zehn Menschen erschoss, anschließend die eigene Mutter tötete bevor er sich selbst richtete. Die öffentliche Erinnerung bezieht sich ausschließlich auf die Ermordeten mit ausländischen Wuzeln ohne die getötete leibliche Mutter in die Trauer einzuschließen. https://briefe-von-bernd.blog/2022/02/22/das-zehnte-opfer-zahlt-nicht/   Politik und Mainstream-Presse versuchten damals krampfhaft, irgendeine Beziehung des Mörders zur AfD herzustellen. Originalton FAZ: „Die AfD hat nun Blut geleckt und will mehr“. Unser Bundestagsabgeordneter Gottfried Curio gab damals die passende Antwort: https://www.youtube.com/watch?v=Q5lEVAR0QuM

Wenn man den amtlichen Verlautbarungen Glauben schenkt, dann hat der Mörder von Stade nun selbst seinem Leben ein Ende gesetzt. Eine juristische Aufarbeitung in Form eines Prozesses wird es nun nicht mehr geben. Ein Glücksfall für Regierungspolitiker und Behörden. Denn wichtige Fragen bleiben unbeantwortet: Warum wussten die doch sonst so wissbegierigen deutschen Ämter nichts von der Vorgeschichte des Mörders, der in der Türkei als Kinderschänder (die eigene Tochter!) und Knastausbrecher notorisch war? Und welche undurchsichtige Rolle spielte die Fahrerin des über 400PS starken Fluchtautos, die den Mörder erst zum Tatort chauffierte und danach mit ihm davonraste? Bekanntlich wurde die Dame noch an gleichen Tag wieder auf freien Fuß gesetzt. Im „besten Deutschland, das es jemals gegeben hat (Steinmeier)“  helfen eben gute Beziehungen: https://www.bild.de/regional/niedersachsen/6-tote-in-stade-schwiegermutter-von-spd-politiker-fuhr-fluchtwagen-6a46a6272a7c6edbda63d771  . Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss könnte Licht ins Dunkel bringen. Aber dafür bräuchte die AfD im niedersächsischen Landtag ein Viertel aller Stimmen. Und die hat sie (noch) nicht.

Update: Wenige Tage nachdem ich diese Zeilen zu Papier gebracht habe, äußerte Björn Höcke einen ähnlichen Gedanken.  Der nachfolgende Text stammt aus seinem Telegram-Kanal:

Im Fall des Anschlags auf den Berliner CSD hätten wir es eigentlich mit klassischen »Symbolopfern« zu tun: Da der Queer-Kult für das herrschende Milieu inzwischen eine identitätsstiftende Rolle einnimmt, lassen sich mit dem Terroranschlag politisch erwünschte Gesellschaftsdebatten verknüpfen. Allerdings gibt es einen entscheidenden Störfaktor: Der Täter paßt nicht ins Narrativ.

➡️ Die Entscheidung, welcher Opfer öffentlich gedacht wird, ist politisch: Wer die Deutungshoheit über die Gedenkkultur besitzt, kann politische Narrative festigen und damit seinen Machtanspruch begründen. 

🟡 Staatsopfer

Zu den Opfern erster Klasse gehören alle, bei denen man Täter mit einem vermeintlich »rechtsextremistischen« Motiv ausmachen kann. Wenn sich nichts finden läßt, werden die Zusammenhänge auch gerne mit großem medialen Aufwand konstruiert: So wird aus dem iranischstämmigen OEZ-Attentäter Ali Sonboly in den Medien ein »David S.« und aus dem Amoklauf von Hanau »Rechtsterrorismus«. Daß der Täter von Hanau politisch völlig isoliert war und zu den Opfern die eigene Mutter gehörte, wird in diesem Zusammenhang konsequent ausgeblendet.

Dieser Taten wird auch nach Jahren durch Staatsakte gedacht und die Opfer bekommen Namen und Gesicht.

🟠 Symbolopfer

Auch Angehörige von Minderheiten, die für das Regierungsnarrativ von besonderer Relevanz sind, finden eine große mediale Beachtung. Oft werden mit solchen Ereignissen wegweisende politische Maßnahmen begründet.

🔴 Normalopfer

Gewalttaten ohne politische Relevanz erhalten nur eine geringe Aufmerksamkeit.

🟣 Störopfer

Wenn Deutsche Opfer von ausreisepflichtigen oder bereits auffälligen Ausländern, abgelehnten Asylbewerbern oder islamisch motivierten Tätern werden, wirft das ein Schlaglicht auf das Regierungsversagen. Es wird versucht, die Taten zu vertuschen oder zu relativieren. Die Angehörigen müssen vielfach selbst um Aufmerksamkeit, Aufklärung und praktische Unterstützung kämpfen.