3. Juli 2018: Professor Meuthen in Weilheim

Am 3. Juli fand in der Weilheimer Stadthalle eine hochkarätige AfD-Wahlkampfveranstaltung mit Professor Meuthen statt. Die Berichterstattung des Münchner Merkur veranlasste mich zu dem nachfolgenden Leserbrief. Die Süddeutsche Zeitung hatte den Auftritt ihrem Publikum verschwiegen.

https://www.merkur.de/lokales/weilheim/weilheim-ort29677/demo-gegen-afd-in-weilheim-hass-ist-keine-alternative-10007652.html

https://www.merkur.de/lokales/weilheim/weilheim-ort29677/afd-wahlkampfauftakt-in-weilheim-meuthen-empfangen-wie-ein-ministerpraesident-10007792.html

Sehr geehrtes Redaktionsteam,

herzlichen Dank an die Schongauer Nachrichten/Weilheimer Tagblatt für das hübsche Foto in der gestrigen  Ausgabe mit meiner Person vor der Phalanx der Rote-Karte-Halter*Innen in Weilheim! Ehrensache, daß ich als aktives AfD-Mitglied, angereist aus Nordrhein-Westfalen zu meinem Zweitwohnsitz im Pfaffenwinkel,  mir eine solche Gelegenheit nicht entgehen lasse!   Wann kommt schon mal der Bundesvorsitzende der AfD, Professor Jörg Meuthen, Mitglied des Europaparlamentes, in das beschauliche Weilheim?

Quelle: Münchner Merkur/Schongauer Nachrichten/Weilheimer Tagblatt Foto:Gronau

Es ist immer wieder ein eigentümliches Gefühl, als Veranstaltungsteilnehmer mit  einer Heerschaar krakeelenden Gegendemonstranten konfrontiert zu werden. Ein Gefühl wie im Zoo vor den Affenkäfig: Wer betrachtet wen, wer macht sich welche Gedanken, warum sind die hier, welche Beweggründe? „Hass ist keine Alternative“ so Titel im Aufmacher. Aber wer hasst hier eigentlich wen? Kein Zweifel, der Hass schlägt der AfD entgegen.  Gerne würde ich mit diesen Leuten diskutieren. Kennen die überhaupt das Programm der AfD? Meine Erfahrung: Die allermeisten  der Protestierer sind zu einen vernünftigen Disput weder willens noch fähig.  Da wird nur eine vorgefasste Meinung lautstark hinausgeschrien.
Ein Ärgernis für den unbefangenen Beobachter ist indessen der bei den Weilheimer Bunten zu beobachtende inflationäre Gebrauch von „Nazi“. Ich war bis dato der Meinung, daß die Qualität des Geschichtsunterrichtes an bayerischen Schulen sich deutlich von dem in den  rot-grün regierten Bundesländern abheben würde. Offenbar ein Irrtum. Heutige Schüler im Freistaat lassen sich offenbar in großer Zahl ebenso problemlos politisch instrumentalisieren wie seinerzeit die HJ-Pimpfe, trotz heutiger  vielfältiger Informationsmöglichkeiten durch moderne Kommunikationsmittel.   Wenn die Bedenken besorgter Bürger bezüglich der unkontrollierten Masseneinwanderung und der damit einhergehenden Ausbreitung von Parallelgesellschaften gleichgesetzt werden mit den nationalsozialistischen Vernichtungsprogrammen, denen tausende Behinderte und Millionen Juden zum Opfer fielen, dann offenbart das bei den „Bunten“  nicht nur eine erschreckende Unkenntnis der jüngeren Geschichte.  Es ist zudem eine entwürdigende Herabsetzung und Instrumentalisierung  der Opfer des Nazi-Terrors.

 Nun hat die hiesige Heimatausgabe des Münchner Merkur dem Ereignis in der Weilheimer Stadthalle gleich zwei formatfüllende Artikel gewidmet:   Zum einen den von Kathrin Hauser mit der Perspektive der „Bunten“ , sowie die Reportage von der Veranstaltung selbst aus der Feder von Boris Forstner. Dessen Bericht ist für ein CSU-affines Blatt wie den Münchner Merkur noch erstaunlich moderat, auch wenn man sich mehr inhaltliche Darstellung der durchaus hochkarätigen Redebeiträge gewünscht hätte. Sei es drum, so ist sie halt, die bundesdeutsche Presselandschaft. Wie sagte doch Professor Meuthen an diesem Abend sarkastisch: „Die Medien in der Schweiz und in Österreich sind für die Deutschen Bundesbürger inzwischen das, was für die DDR-Einwohner das West-Fernsehen einst bedeutete.“  Dieser Spruch hätte ruhig von den Journalisten zitiert werden können.

 Ausgerechnet ein kostenloses Anzeigenblatt, der hiesige Kreisbote, hebt sich mit seiner wohltuend neutralen Reportage der Weilheimer AfD-Veranstaltung qualitativ deutlich vom Rest der übrigen Presselandschaft ab:  https://www.kreisbote.de/lokales/weilheim-schongau/stadthalle-weilheim-gegendemonstration-davor-10009873.html

 Schade auch, daß die wackere Musikkapelle, die für zünftige musikalische Begleitung der AfD-Veranstaltung sorgten,  nicht lobend erwähnt wurde.  Ihnen wurde seitens der anderen Parteien der Boykott angedroht.  Sie würden künftig kein Engagement mehr erhalten.  So funktioniert die Demokratie im 13. Jahr der Regierung Merkel. (Ich habe zwischenzeitlich erfahren, daß der Dirigent selbst die Presseleute gebeten hatte, den Namen der Gruppe nicht im Zusammenhang mit der AfD zu erwähnen.)

 Ein Zeichen liberaler, toleranter Haltung seitens der AfD Weilheim-Schongau war indessen  die Geste, den bunten Protestlern Einlass zu gewähren. Immerhin hatte die Alternative den Saal gemietet und auch bezahlt und hätte sich die Gäste somit durchaus aussuchen können.  Ich selbst wurde Zeuge, wie einige krakeelende Damen dies als „öffentliche Veranstaltung“ missverstanden und gegenüber den Ordnern auf ein vermeintliches „Bleiberecht“ pochten.

 Die angeblich „mehr als fünfhundert Menschen“, welche laut Presse gegen die AfD demonstriert hätten, habe ich nicht wahrgenommen. Ich vermute, daß es gerade mal die Hälfte waren. Als aktiver Teilnehmer manch großer Veranstaltung habe ich ein gewisses Augenmaß für eine bestimmte Personenzahl. Aber auch das ist nichts ungewöhnliches: Die Anzahl der gegen die AfD protestierenden Schreier und Trillerpfeifen wird regelmäßig seitens der Medien überschätzt.

 Ein dickes Lob hat sich die Polizei vor Ort verdient, die für die Sicherheit der Teilnehmer sorgte und  den ruhigen Ablauf von An- und Abreise sicherstellte.

 Kurzum: Eine gelungene Veranstaltung. Und wenn die beeindruckende Rede von Professor Meuthen bei einigen der Rote-Karte-Halter*Innen doch noch einen Denkprozess in Gang gesetzt haben sollte, dann hätte der Hass-Aufruf der „Bunten“ in Weilheim sogar noch etwas positives bewirkt.  

 Mit freundlichen Grüßen

 Bernd Ulrich

Ich hatte diesen Text ebenfalls in den Online-Kommentarbereich der ´“Schongauer Nachrichten“ eingestellt. Nachdem er für kurze Zeit sichtbar war, wurde er gelöscht.

Hier meine Bildergalerie. Zum Vergrößern einfach Klicken!

Nachtrag am 8. Juli:

Etwa zur gleichen Zeit, als in Weilheim die AfD-Veranstaltung zu Ende ging, entwickelte sich bei unserem Nachbarn Frankreich in den Abendstunden ein Geschehen, das uns beispielhaft und drastisch die gescheiterte Integration von prekären Einwanderergesellschaften in Europa vor Augen führt.

Was war passiert: Ein junger, flüchtiger und gesuchter Verbrecher wurde bei einer Routinekontrolle in der Stadt Nantes erschossen. Offenbar beim Versuch, sich der Festnahme durch die Polizei zu entziehen. In den nächtlichen Stunden darauf war in Nantes die Hölle los: Ein wütender Mob fackelte Autos ab, plünderte Geschäfte und zerstörte öffentliche Einrichtungen. Erst in den Morgenstunden wurden Polizei und Feuerwehr Herr der Lage. Auch in den folgenden Nächten kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen, die bis heute, vier Tage nach den Geschehen, immer noch andauern.

Ebenfalls typisch für das politische Umfeld: Polizei und Medien lassen die Öffentlichkeit über die Herkunft des Getöteten und des randalierenden Mobs im unklaren. Die deutsche Presse schrieb am Tag danach von einem „jugendlichen 22-jährigen“. Damit übernahmen sie wortgleich die Formulierungen der französischen Zeitungen wie „Le Monde“ und „France Soir“ die von „un jeune homme de 22 ans“ schrieben. Kein Name, kein Foto. Dabei ist dem aufmerksamen Beobachter längst klar, daß es sich nicht um einen Charles, Pierre oder Marcel handelt. Die deutschsprachige Neue Züricher Zeitung nennt nach einigen Tagen den Namen: Abubakar Fofana. Bei der zugehörigen Bilderstrecke in der NZZ werden alle Unklarheiten beseitigt. Auch symptomatisch: Noch bevor nähere Umstände geklärt sind, beschuldigt die sozialistische Bürgermeisterin von Nantes die Polizei. Es hilft ihr persönlich wenig: Auch ihr eigenes Auto wird abgebrannt.

Im Zuge der Entkolonialisierung hat Frankreich vor Jahrzehnten afrikanische Zuwanderer in großer Zahl aufgenommen. Mit der Folge, daß derartige bürgerkriegsähnliche Zustände in Frankreich seit Jahren an der Tagesordnung sind. Stets der gleiche Ablauf wie bei den berüchtigten Race Riots in den USA: Nach Polizeieinsätzen tagelange Unruhen, Vandalismus, Brandstiftungen, Gewaltausbrüche. Zurück bleiben abgebrannte Autos, geplünderte Geschäfte, Ruinen, Millionenschäden, frustrierte Polizisten und verängstigte Bürger. – Politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die von blauäugigen „bunten“ Verfechtern einer unbeschränkten „Willkommenskultur“ hierzulande ganz bewusst ausgeblendet werden.


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